Zu den elf wichtigsten Büchern Vera F. Birkenbihls, die laut der 2011 verstorbenen Expertin für gehirn-gerechten Lernen ihr Leben nachhaltig geprägt haben, gehört auch dieser 1965 erschienene Science-Fiction Roman (= O-Ton und Schreibweise Birkenbihl):
Frank HERBERT (USA; nicht zu verwechseln mit dem Deutschen namens Herbert Frank) »DUNE – Der Wüstenplanet«. Die anderen bücher dieses 8-roman-zyklus fand ich nicht mehr so toll). In »DUNE« stellt er uns einen kompletten Planeten vor, mit Geschichte, Geologie, Infrastruktur etc. und der Leser erlebt die Geburt einer neuen Religion mit. Besonders interessant sind die »Bene Gesserit«, ein Frauenorden, die seit langem praktizieren, was man damals (= 1960er jahre), als er den roman entwickelte, gerade erst zu ahnen begann (betreffend: Meditation, mentale Kräfte, mentale Beeinflussung gewisser prozesse). Auch einige seiner frühen Romane sind immens lesenwert…
Das Buch (es ist inzwischen zum erfolgreichsten Science-Fiction-Roman aller Zeiten geworden) erzählt die Geschichte von Paul Atreides, dem Sohn eines Adelshauses, das die Kontrolle über den Wüstenplaneten Arrakis (auch „Dune“ genannt) übernimmt. Arrakis ist die einzige Quelle des wertvollen „Spice“, einer Art Droge, die für interstellare Reisen unverzichtbar ist und daher immense politische Macht verleiht. Nachdem das Haus Atreides durch eine Intrige rivalisierender Mächte gestürzt wird, fliehen Paul und seine Mutter Jessica (die der Schwesternschaft der Bene Gesserit angehört) in die Wüste von Dune, wo sie bei den einheimischen Fremen Zuflucht finden.
Im Laufe der Handlung entwickelt sich Paul zunehmend zu einer messianischen Figur, die sowohl durch seine Ausbildung als auch durch Visionen geprägt ist. Er gewinnt das Vertrauen der Fremen und führt sie schließlich in einen Aufstand gegen die Unterdrücker. Dabei verwebt Frank Herbert (1920 – 1986) in seinem Roman Themen wie Macht, Religion, Ökologie und Schicksal. Pauls Aufstieg ist jedoch ambivalent: Während er Gerechtigkeit bringt, erkennt er zugleich die gefährlichen Konsequenzen seines eigenen Mythos und die mögliche Gewalt, die daraus entstehen kann.
Herberts Roman gingen ursprünglich kurze Geschichten voraus, die von ihm zwischen 1963 und 1965 in Fortsetzungen im US-Magazin „Analog Science Fiction and Fact“ veröffentlicht wurden, bevor daraus 1965 ein vollständiger Roman hervorging. Vera F. Birkenbihl übersiedelte 1965 in die USA und „DUNE“ war neben „Blumen für Algernon“ ihr, nach eigener Aussage, wichtigstes Prosa-Buch. Nebenbei bemerkt: SF-Werke basieren meist auf wissenschaftlichen oder technisch denkbaren Entwicklungen und grenzen sich so einerseits von reinen Fantasy-Werken, andererseits ebenso von wissenschaftlichen Fachbüchern ab.
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